Pferdezähne brauchen Pflege

Leider kann man als Pferdebesitzer sich die Zähne seines Pferdes nicht wie die Hufe einfach anschauen. Und leider sieht man das Resultat einer Zahnbehandlung nicht wie das einer Hufbehandlung. Diese Seite soll dem Pferdebesitzer helfen zu beurteilen, ob die Pferdezahnpfege bei seinem Pferd fachgerecht ausgeführt wurde.
Ob eine Notwendigkeit zur Behandlung der Zähne eines Pferdes besteht, darüber geben die am Ende dieser Seite aufgeführen Links Auskunft.
Zudem können interessierte Pferdebesitzer, die gerne Vorträge organisieren möchten, sich hier melden, sowie Heilpraktiker, Akkupunkteure und Physio- und Ostheotherapeuten oder andere, die beruflich mit Pferden zu tun haben, sich über Weiterbildungen auf dem Gebiet Pferdezähne erkundigen.


Wie läßt sich die Arbeit eines Pferdedentalpraktikers beurteilen ?

(Mit der Bezeichnung Pferdedentalpraktiker sind alle gemeint, die an Pferdezähnen Behandlungen vornehmen, Nichttierärzte und Tierärzte. Der Begriff ist aus dem englischen Wort Horsedentist abgeleitet. In der Tiermedizin gibt es keine Zusatzbezeichnung für Zahnbehandlungen bei Großtieren und somit auch nicht den Ausdruck Pferdezahnarzt.)


Worauf muss bei einer Zahnbehandlung geachtet werden ?

Auf dieser Seite geht es darum, die Qualität der Behandlungen durch einen Pferdedentalpraktiker deutlich zu machen.

Da es unterschiedliche Formen der Behandlung gibt und auch die Preisspannen sehr weit auseinanderliegen, stellt sich dem Pferdebesitzer natürlich die Frage : Worauf muß ich bei einer Zahnbehandlung achten ?


Nicht scheuen, Fragen zu stellen !

Als Pferdebesitzer sollte man sich erklären lassen, welcher Befund festgestellt wurde, wie die Zahnprobleme überhaupt entstehen und welche Behandlung vorgeschlagen wird und welche Folgen die Behandlung kurz- und längerfristig hat. Der Pferdedentalpraktiker sollte auf Fragen des Pferdebesitzers immer eine zufriedenstellende Antwort geben können. Der Pferdebesitzer muß durch den Pferdedentalpraktiker umfassend informiert sein, damit er eine Entscheidung, welche Behandlung an seinem Pferd durchgeführt werden soll, treffen kann. Man sollte sich nicht zu einer Behandlung drängen lassen und der Pferdedentalpraktiker sollte sich auch auf einen späteren Termin mit voheriger Bedenkzeit problemlos einlassen.




Was gehört zu einer guten Zahnbehandlung ?

Der Behandler sollte immer ruhig und freundlich mit dem Pferd umgehen und zunächst das Gebiss des Pferdes möglichst unsediert und mit wenig Zwang untersuchen.

Oft werden am unsedierten oder sedierten Pferd die Zahnkanten abgerundet, was meist eine Verbesserung des Wohlbefindens bewirkt und die Tiere fressen über einen gewissen Zeitraum auch besser, da durch diese Maßnahme ein Teil der Beschwerden genommen wird. In der Regel ist dies jedoch nicht ausreichend und die Rundung hält meist nur kurze Zeit.

Das Kürzen der Schneidezähne und herunterraspeln von Höhen auf den Backenzähnen, die das Maul verriegeln, ist unsediert nicht möglich.

Zu einer guten Zahnbehandlung gehört immer auch das Kürzen der Schneidezähne, denn sie stellen bei der heutigen Pferdefütterung das größte Problem dar. Dabei genügt es nicht, unsediert mit der Hand ein paar mal über die Schneidezähne zu ziehen, sondern es müssen meist ein paar Millimeter oder sogar Zentimeter weggenommen werden. Dafür muß das Pferd sediert sein, was nur von einem Tierarzt vorgenommen werden darf.

Wenn schon beim jungen Pferd -ab 3,5 jährig- regelmäßig die Schneidezähne gekürzt werden ,erhält man über das gesamte Leben des Pferdes ein ausbalanciertes Gebiss und muß nicht beim älteren (15 Jahre) bis alten (20 bis 40 Jahre) Pferd große Umstellungen im Zahnbereich vornehmen. Das heißt :
es sollten jedes Jahr die Schneidezähne um das Maß gekürzt werden, um das sie sich zuwenig abgenutzt haben.

Der Hufschmied bearbeitet und korrigiert auch immer den gesamten Huf und nicht nur den ausgefransten Rand.




Eine gute Zahnbehandlung dauert alles in allem mindestens eine halbe bis dreiviertel Stunde!

Dazu gehört immer:

  • Schneidezähne kürzen,

  • Höhen, die aus der Zahnebene herausragen ,herunternehmen

  • Kanten rundmachen.

Wann ist die nächste Zahnpflege nötig ?

Da das Pferdemaul dynamischen Prozessen - wie Herausschieben der Zähne und Abnutzung - unterliegt, haben wir direkt nach der Zahnbehandlung, ähnlich wie beim Hufschmied nach dem Zurichten des Hufes, den Idealzustand erreicht. Von da ab beginnt wieder eine langsame stetige Bewegung von der Balance weg.

Nach einem Jahr hat das Gebiss der meisten Pferde wieder einen Zustand erreicht, an dem eine Korrektur empfehlenswert ist, um dem Pferd ein schmerzfreies Fressen und Gerittenwerden zu ermöglichen.

Bei Pferden mit weicheren Zähnen oder sehr schlimmen Zahnzuständen kann dieser Zeitpunkt auch früher liegen.




Umgang mit dem Pferd

Ein erfahrener Zahnbehandler wird das Pferd zu Beginn der Behandlung immer ruhig und vorsichtig an die ungewohnte Situation gewöhnen, dadurch bekommen die meisten Pferde Vertrauen und müssen nicht so stark sediert werden.




Das Öffnen des Mauls in der Behandlung

Um das Maul zu öffnen, sollte ein Maulgatter verwendet werden, das auf beiden Schneidezahnbögen aufliegt und das Maul gleichmäßig öffnet, sodaß beide Backenzahnreihen gleichzeitig erreichbar sind, weiterhin sollte es einen Riemen haben, der es ähnlich wie ein Halfter am Kopf fixiert. Wichtig ist auch, daß man das Maulgatter mit einem Handgriff schließen kann.

Maulgatter, die aufgeschraubt werden und nur dadurch am Pferdekopf halten, daß das Maul beim Aufschrauben stark unter Spannung gesetzt wird, sind abzulehnen.

Auch das Herausziehen der Zunge ist gefährlich, da das Zungenbein - eine filigrane Knorpelstruktur - sehr leicht ausgerenkt oder gebrochen werden kann.

Unterschiedliche Maulkeile machen die Zähne kaputt, sind für den Anwender gefährlich und können die große Gaumenarterie im Maul aufschlitzen.

Wenn möglich, sollte der Kopf des Pferdes bei der Behandlung von einem Halter fixiert und nur ausnahmsweise aufgehängt werden, da Druck und Zug auf Kiefergelenk und Halswirbelsäule des entspannten Pferdes sehr groß sind.




Werkzeuge

Je weniger weit das Pferdemaul bei der Behandlung geöffnet wird , umso weniger Druck und Schmerzen erhält das Kiefergelenk und umso weniger Sedierung braucht das Pferd. Aus diesem Grund sollten die Werkzeuge , die ganz hinten im Maul benutzt werden ,möglichst schlank sein - ca. 5mm dick.

Mit unterschiedlich gebogenen Handraspeln , die für jeden Winkel im Maul vorgesehen sind, kommt man wirklich auch um den letzten Zahn herum, an dem sich oft kleine ,sehr unangenehme Häkchen befinden, die beim Reiten - bei Stellung, Biegung und Anlehnung - dem Pferd probleme bereiten können und natürlich auch beim Fressen sehr unangenehm sind.

Diese Haken erreicht man mit einer Maschine nicht.

Während und nach der Arbeit im Maul sollte eine Kontrolle stattfinden, die ausschließlich durch Tasten mit den Händen jeden Bereich des Pferdemauls erfassen kann.

Die Zahnbehandlung bei der keine Zähne gezogen werden, sollte eine eher unblutige Angelegenheit sein. Natürlich können durch einen Kratzer mal ein paar Tropfen Blut fließen, aber Blut in großen Mengen bis zu Blutlachen unter dem Pferd zeugen von einer unprofessionellen Behandlung.




Weitere Informationen

Sollten Sie als Physio-, Ostheo-, Craniosaktaltherapeut(in) oder Akkupunkteur(in) oder Tierheilpraktiker(in) oder in einem vergleichbaren Beruf im Bereich Pferde tätig sein, so vermitten wir Ihnen gerne Weiterbildungsmöglichkeiten in der Diagnostik von Zahnproblemem, sowie in der Beurteilung von Zahnbehandlungen. Bitte wenden Sie sich per email an uns.
Interessierte, die gerne Vorträge organisieren möchten, konnen hier per email weitere Informationen bekommen.



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Letzte Aktualisierung: 11.1.2006 / mw